Liegenschaftskataster

Lexikon - Baupreisindex

Das Liegenschaftskataster ist ein amtliches, flächendeckendes und parzellenscharfes Verzeichnis aller Grundstücke innerhalb eines Zuständigkeitsbereichs. Es beschreibt die Lage, Form, Größe, Nutzungsart sowie die baulichen Anlagen der Flurstücke und wird von den Kataster- und Vermessungsbehörden der Länder geführt.

Bedeutung und Funktion

Das Liegenschaftskataster dient als Nachweis des Grundeigentums und bildet die geometrische Grundlage für das Grundbuch. Es ist damit ein zentrales Instrument des Rechtssystems und der Raumordnung. Ohne das Kataster wären weder Grundstückstransaktionen noch eine rechtssichere Zuordnung von Eigentumsverhältnissen möglich. Zugleich ist es unverzichtbare Datenquelle für die Immobilienbewertung, Stadtplanung, Infrastrukturprojekte und steuerliche Zwecke.

Aufbau und Bestandteile

Das Liegenschaftskataster gliedert sich in einen beschreibenden und einen kartografischen Teil. Der beschreibende Teil – das Liegenschaftsbuch – enthält textliche Angaben zu Flurstücksnummern, Flächengrößen, Nutzungsarten, Lagebezeichnungen und Eigentümern. Der kartografische Teil umfasst die Flurkarten (früher Katasterkarten genannt), die die Grundstücke maßstabsgetreu darstellen. Beide Teile sind miteinander verknüpft und bilden eine Einheit.

Abgrenzung zum Grundbuch

Das Liegenschaftskataster ist vom Grundbuch zu unterscheiden, auch wenn beide eng verzahnt sind. Während das Kataster die tatsächlichen, vermessenen Verhältnisse beschreibt (geometrische Daten), regelt das Grundbuch die rechtlichen Eigentums- und Belastungsverhältnisse. Beide ergänzen sich: Das Kataster liefert die Flurstücksbezeichnung, das Grundbuch dokumentiert, wem das Flurstück gehört und welche Rechte daran bestehen. Für eine Immobilienbewertung sind daher regelmäßig beide Quellen erforderlich.

Nutzung in der Praxis

Auskünfte aus dem Liegenschaftskataster können bei den zuständigen Katasterämtern oder Vermessungsbehörden angefordert werden. Häufig werden Flurkartenauszüge oder Liegenschaftsbeschreibungen benötigt, beispielsweise für Kaufverträge, Baugenehmigungen oder Gutachten. Auch der Bodenrichtwert, der von Gutachterausschüssen ermittelt wird, bezieht sich auf die im Liegenschaftskataster definierten Flurstücke. Die Daten werden zunehmend digital bereitgestellt und sind teilweise online abrufbar.

Häufige Fragen

Was steht im Liegenschaftskataster?

Das Liegenschaftskataster enthält Angaben zur Lage, Größe, Form, Nutzungsart und Flurstücksnummer aller Grundstücke sowie deren bauliche Anlagen. Es wird von den Katasterbehörden geführt.

Ist das Liegenschaftskataster dasselbe wie das Grundbuch?

Nein. Das Liegenschaftskataster beschreibt die geometrischen und tatsächlichen Verhältnisse der Grundstücke, das Grundbuch regelt die rechtlichen Eigentums- und Belastungsverhältnisse. Beide ergänzen sich.

Michael Büttner
Über den Autor

Michael Büttner

Sachverständiger für Immobilienbewertung
Gründer & Administrator · Netzwerk Immobilien & Bewertung
Leipzig, Halle (Saale) & Umgebung

Michael Büttner erstellt Verkehrswertgutachten nach ImmoWertV – vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung. Im Netzwerk betreut er die Fachthemen rund um die Immobilienbewertung.

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