Entwicklungszustand

Lexikon - Besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale (BoG)

Der Entwicklungszustand beschreibt den baulichen Fertigstellungsgrad und die Nutzungsreife einer Immobilie zum Bewertungsstichtag. Er gibt Auskunft darüber, in welchem Stadium sich ein Gebäude oder Grundstück befindet – von unbebauten Grundstücken über Rohbauten bis zu vollständig fertiggestellten und bezugsfertigen Objekten.

Bedeutung für die Immobilienbewertung

Der Entwicklungszustand ist ein wesentliches wertbildendes Merkmal in der Immobilienbewertung. Je nach Fertigstellungsgrad ergeben sich unterschiedliche Bewertungsansätze und Wertermittlungsverfahren. Ein unbebautes Grundstück wird anders bewertet als ein im Bau befindliches oder ein fertiggestelltes Objekt. Der Entwicklungszustand hat direkten Einfluss auf die Höhe des Verkehrswerts, da er die unmittelbare Nutzbarkeit und damit die Ertragsfähigkeit der Immobilie bestimmt.

Bei der Wertermittlung nach ImmoWertV wird der Entwicklungszustand als objektspezifisches Merkmal erfasst. Er beeinflusst die Wahl des Bewertungsverfahrens und die anzusetzenden Parameter wie Herstellungskosten, Restnutzungsdauer oder zu berücksichtigende Fertigstellungskosten.

Typische Entwicklungszustände

In der Bewertungspraxis werden verschiedene Entwicklungszustände unterschieden:

  • Unbebautes Grundstück: Baufreies oder noch zu entwickelndes Grundstück ohne bauliche Anlagen
  • Rohbau: Gebäude mit fertiggestellter tragender Konstruktion, jedoch ohne Ausbau
  • Im Bau befindlich: Gebäude in verschiedenen Bauphasen zwischen Rohbau und Fertigstellung
  • Bezugsfertig: Vollständig fertiggestelltes, sofort nutzbares Gebäude
  • Sanierungsbedürftig: Bestandsgebäude mit erheblichem Modernisierungs- oder Instandsetzungsbedarf

Abgrenzung zum Bauzustand

Während der Entwicklungszustand den Fertigstellungsgrad beschreibt, bezieht sich der Bauzustand auf die technische Qualität und den Erhaltungszustand eines bereits fertiggestellten Gebäudes. Der Bauzustand berücksichtigt Alter, Abnutzung, Modernisierungsstand und durchgeführte Instandhaltungsmaßnahmen. Beide Merkmale werden bei der Immobilienbewertung erfasst, beschreiben jedoch unterschiedliche Aspekte des Bewertungsobjekts.

Dokumentation und Bewertungsgutachten

In einem Verkehrswertgutachten wird der Entwicklungszustand präzise dokumentiert und beschrieben. Bei im Bau befindlichen Objekten werden zusätzlich die bereits angefallenen Herstellungskosten sowie die noch erforderlichen Restkosten bis zur Fertigstellung ermittelt. Diese Angaben sind für Finanzierungsentscheidungen, Kaufpreisverhandlungen und die rechtssichere Wertermittlung unverzichtbar.

Häufige Fragen

Was versteht man unter Entwicklungszustand?

Der Entwicklungszustand beschreibt den baulichen Fertigstellungsgrad einer Immobilie zum Bewertungsstichtag – von unbebauten Grundstücken über Rohbauten bis zu bezugsfertigen Objekten.

Warum ist der Entwicklungszustand für die Bewertung wichtig?

Der Entwicklungszustand beeinflusst die Wahl des Bewertungsverfahrens und die Höhe des Verkehrswerts, da er die unmittelbare Nutzbarkeit und Ertragsfähigkeit der Immobilie bestimmt.

Michael Büttner
Über den Autor

Michael Büttner

Sachverständiger für Immobilienbewertung
Gründer & Administrator · Netzwerk Immobilien & Bewertung
Leipzig, Halle (Saale) & Umgebung

Michael Büttner erstellt Verkehrswertgutachten nach ImmoWertV – vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung. Im Netzwerk betreut er die Fachthemen rund um die Immobilienbewertung.

Ähnliche Beiträge

Restnutzungsdauer

Die Restnutzungsdauer bezeichnet den Zeitraum, in dem ein Gebäude bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung voraussichtlich noch wirtschaftlich genutzt werden kann. Sie ist eine zentrale Größe in der Immobilienbewertung.

Review Your Cart
0
Add Coupon Code
Subtotal